Geschichte

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Die Geschichte des Botanischen Garten Solingen

Am 18.Juli 1947 behandelt der Bauausschuss unter Punkt „Verschiedenes“ das Thema Botanischer Garten. Stadtoberinspektor Heinrich Walbert regt an, einen neuen Botanischen Garten auf dem alten Baumschulgelände am Friedhof Vogelsang einzurichten. Es soll neben Einrichtung einer Stadtgärtnerei auch ein Botanischer Garten nach dem Willen des Bauausschusses entstehen.

Das Rhein-Echo vom 14. April 1950 berichtetet: „Am Friedhof Vogelsang soll ein neuer Botanischer Garten entstehen“

Der Leiter des Garten-Forst- und Friedhofamtes Heinrich Walbert wollte mit dem Bau des Botanischen Gartens eine Ausbildungsstätte für Gartenbauberufsschüler aufbauen, die mit Ihrer Arbeit den Garten erstellen sollten.

Auch sollte der Botanische Garten den Sinn der Bevölkerung für die heimische Flora und der Welt schärfen. Die geplante ca. 15 Morgen große Anlage lag von allen Stadtteilen gut zugänglich.

(Auszug aus dem Buch "Das Schönste was uns blüht - der Botanische Garten Solingen" von Dr. Beate Battenfeld)

 

Die 50er Jahre

  • 1950
    Es wurde mit dem Bau der Stadtgärtnerei begonnen.

  • 1951
    Die ersten 4 Gewächshäuser der Gärtnerei wurden fertig gestellt.

  • 1952
    Die Stadtgärtnerei wurde fertig gestellt und bestand aus 8 Gewächshäusern Gärtner/Arbeits- und einem Kesselhaus, Mistbeetkästen für 300 Fenster und Freigelände Einrichtungen. Die Beheizung erfolgte durch große Schwerkraftkessel die mit Kohle befeuert wurden.

  • 1953
    Der zukünftige Botanische Garten wurde eingemessen. Der Garten sollte eine Dreiecksform mit drei Eingängen an der Sachsenstraße, zur Hofschaft Eigen und zum Krankenhaus erhalten. Vorgesehen waren neben 3m und 4m breiten Wegen ein Gebäude an dem Erfrischungsgetränke ausgeschenkt werden sollte und offene Lesehalle für ruhe suchende Gäste.

  • 1955
    Die Pergola aus Eifler Kalksandsteinsäulen wird aufgestellt.

 

Die 60er Jahre

  • 1960
    Bis hier her wurden schon 70.000 Mark für den Bau des Gartens verwendet.

  • 1961
    Der Teich mit einer Insel wurde angelegt. Um Kosten für den Bau zu senken wurde Arbeiten in arbeitsärmeren Zeiten mit eigenen Kräften durchgeführt. So verlängerte sich die Bauphase deutlich.

  • 1963
    Am 07.09. wurde der Botanische Garten durch Oberbürgermeister Otto Voos eröffnet. Unter den Gästen war auch Direktor Krebber vom Botanischen Garten Köln. Unter der Leitung von Gartenarchitekt Siegfried Brendel hatten die Gärtner Pflanzengemeinschaften und Themengärten wie z. B. Alpinum, Heidegarten, Primelgarten oder Irisgarten geschaffen.

  • 1965
    Das Tropenhaus mit seinen 143 qm Grundfläche und dem 8m hohem Pultdach wurde eröffnet. Die Schauhausfläche wuchs so auf über 826qm an.

  • 1966
    Erstmals wurden Sonntagskonzerte an der Lesehalle veranstaltet. Dann schlief die Tradition trotz Anregungen der Besucher wieder ein.

  • 1968
    Die Schauhäuser sind auf Grund des großen Interesse jetzt drei Mal in der Woche geöffnet.

 

Die 70er Jahre

  • 1970
    Anfand der 70er Jahre mussten zwei Gewächshausdächer ersetzt werden, weil hölzerne Sprossen morsch waren. Siegfried Brendel ließ den gotischen Torbogen am Haupteingang abtragen, damit Lastwagen die Gärtnerei beliefern konnten.

  • 1975
    Die maroden Hölzer an der Pergola wurden erneuert, auch einige Sandsteine mussten ersetzt werden.

 

Die 80er Jahre

  • 1980
    Die Stadtsparkasse spendet für das Staudenbeet eine vom Juwelier Beyer angefertigte Sonnenuhr.

  • 1984
    Unterhalb des Alpinums wurden drei Brunnenschächte gebohrt um Wasseradern die bis zu 60m tief liegen anzuzapfen. So konnte der Wasserbedarf des Gartens und der Gärtnerei bis zu 90% gedeckt werden. Außerdem wird an der Lesehalle ein mobiles Gartenschachfeld für die Besucher aufgestellt.

  • 1985
    Für die kleinen Besucher wird ein Spielplatz eingerichtet.

  • 1989
    Der "Verein zur Förderung der Rosenkultur des Bergischen Landes Solingen, gegr. 1877 e.V." pflanzte einen Sichtungs-Rosengarten mit ADR-Rosen (Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung) im Botanischen Garten. Die Einweihung mit einem feierlichen Rahmenprogramm fand am 21. Juni statt. Bürgermeister Kaimer pflanzt die "Schöne von Solingen", eine Kletterrose, im Bauerngarten ein.

 

Die 90er Jahre

  • 1991
    Das Ufergelände des Teiches wird naturnah umgestaltet. Die Ufer haben jetzt überall die gleiche Höhe.

  • 1993
    Das letzte Vorkommen des Ruprechtsfarns bekommt einen neues Zuhause im Botanischen Garten. Eine Ziegelmauer, mit dem Kalkmörtel liebenden Farn wird von Ohligs in den Garten gebracht und in gleicher Himmelsrichtung aufgestellt.

  • 1994
    Der Bauerngarten wird vor den Gewächshäusern eingerichtet.

  • 1995
    Das Tropenhaus wird umgestaltet und erhält seine heutige Bepflanzung.

  • 1998
    Das ADR-Rosenbeet (Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung) wird eingerichtet.
    Aus Sparzwängen steht der Botanische Garten vor der Schließung. Er soll als Bauland verkauft werden. Am 15. Oktober wird die Stiftung Botanischer Garten Solingen e.V. gegründet.
    Ziel der Stiftung ist es den Botanischen Garten der Stadt Solingen zu erhalten und zu attraktivieren.

  • 1999
    Der Wildbienenlehrpfad wird als Gemeinschaftsartenschutzprojekt der Biologischen Station Mittlere Wupper und des Botanischen Garten eingerichtet.

 

Die 2000er Jahre

  • 2001
    Die Freilandfläche des Botanischen Gartens wird durch Hinzunahme des alten Friedhofes auf über 6 ha erweitert.

  • 2002
    Die Jugendhilfewerkstatt stellt als Dauerleigabe Skulpturen unter dem Motto „Kunst im Park- Begegnungen mit der Natur“ aus.

  • 2003
    Der Botanische Garten steht aus Kostengründen wieder zur Disposition.
    Der Duft und Märchenrosengarten wird angelegt.
    Die "Stiftung Botanischer Garten Solingen e.V." beruft ein Kuratorium.
    Es wird beantragt, den Botanische Garten unter Denkmalschutz zu stellen.

  • 2004
    Die Stiftung verpflichtet sich für 5 Jahre jährlich einen Betrag von € 25.000,00 der Stadt Solingen als finanzielle Unterstützung zum Erhalt des Botanischen Gartens aufzubringen. Durch intensive Werbung und Aktivitäten konnten wir dem Oberbürgemeister aber € 28.100,00 überreichen.
    Die Eingangstore des Botanischen Gartens erhalten Schilder mit der Aufschrift „Botanischer Garten Solingen“
    Der Kräutergarten wird am 29. März angelegt und durch den Hausfrauenbund Solingen gepflegt.

  • 2005
    Der Heilpflanzengarten in Anlehnung an das „Capitulare de Villis“ wird eröffnet.
    Die Stiftung übernimmt den Schließ- und Aufsichtsdienst im Botanischen Garten ebenso wie die Pflege dreier Schauhäuser, die geschlossen werden sollten. Das Bromelien- sowie das Kakteen / Sukkulentenhaus werden von fachkundigen Mitgliedern gepflegt. Das Haus 6 dient als Arbeits- und Aufzuchthaus.
    Die Teichanlage wird saniert, nachdem Parkbänke und Gullydeckel in den Teich geworfen wurden, ist dieser jetzt undicht und bekommt eine neue Bodenfolie.
    Der Botanische Garten wird an die neue Korkenziehertrasse angeschlossen und erhält einen vierten Eingang.

  • 2006
    Die Mitgliederzahl der "Stiftung Botanischer Garten Solingen e.V." steigt kontinuierlich, sie beträgt im August schon 315, dies zeugt von der guten Resonanz unserer Arbeit bei den Solinger Bürgern.
    Die Stiftung übernimmt am 01.08. die Pflege des Bauerngartens.
    Die Stiftung übernimmt die Pflege der städtischen Orchideen.
    Mit Unterstützung privater Liebhaber sowie regionaler und überregionaler Fachbetriebe wird am 01.09. die Sammlung botanischer Orchideen mit den Schwerpunkten Mittel- und Südamerika sowie Südost-Asien kontinuierlich ausgebaut werden. Die große Orchideen-Vitrine wird neu gestaltet, und in dem zerstörten großen Barsch-Aquarium im Tropenhaus wird ein "Vietnam-Biotop" für Orchideen und Begleitpflanzen aus Südost-Asien eingerichtet. Im Bromelienhaus entsteht eine Phragmipedium-"Insel".
    Dr. Beate Battenfeld gibt am 10.09. die Publikation "Das Schönste was uns blüht – der Botanische Garten Solingen" heraus.
    Anlässlich des 20jährigen Jubiläum der Jugendhilfewerkstatt erhält der Botanischer Garten als Geschenk eine neue Skulptur, seinen Schutzengel.

  • 2007
    Der Wildbienenlehrpfad wird saniert.
    Durch alle Aktivitäten erspart die Stiftung der Stadt Solingen mittlerweile jährlich Kosten von insgesamt 75.280,00 €.
    Das neue Buch "Heilpflanzen des Capitulare de villis" von Dagmar Schmidt wird am 16.06. vorgestellt.

  • 2008
    Der Gartenkiosk wird am 20.04. eröffnet. Die Idee von Heinrich Walbert, das Erfrischungsgetränke ausgeschenkt werden sollten, wird umgesetzt.
    Das Biblische Beet wird im Mai durch Schüler aus Israel und Solingen mit einem Festakt eröffnet.
    Die Toilettenanlage des Botanischen Gartens wird saniert.
    Der Bücherschrank an der Lesehalle wird im Juni eingeweiht.

  • 2009
    Der Botanischer Garten erhält an allen Eingängen Informationsvitrinen u.a. mit einem Lageplan.
    Die Gartenschachanlage an der Pergola wird am 01. Mai mit einem Schachturnier freigegeben. Jetzt ist es wieder wie 1984 (damals an der Lesehalle) möglich im Garten Schach zuspielen.
    Die Stiftung übernimmt am 01.07. eine Sammlung botanischer Orchideen und Hybriden aus einer aufgelassenen Privatsammlung eines Solinger Mitbürgers (Heymann-Sammlung).
    Die Stiftung übernimmt am 09.09. eine größere Anzahl botanischer Orchideen aus der Auflassung eines Hauses des Botanischen Gartens Jena.
    Das Dach des Mutterpflanzenhaus wird mit Doppeltsgplatten komplett neu eingedeckt. So können zukünftig Energiekosten eingespart werden.

 

Die 2010er Jahre

  • 2010
    Der Botanische Garten und das Tropenhaus werden im Juni unter Denkmalschutz gestellt. Durch alle Aktivitäten ersparen die Stiftung der Stadt Solingen jährlich Kosten von über 83.000,00 €.

  • 2011
    Der Festplatz wird im Mai eröffnet, jetzt kann die Tradition der Sonntagskonzerte von 1966 fortgeführt werden.
    Das Bromelienhaus erhält einen neuen, ausfahrbaren „Energieschirm“, damit die aufgewärmte Luft über Nacht länger im Gewächshaus gehalten werden kann.

  • 2012
    Die Schauhäuser werden Brandschutztechnisch saniert und erweitert.
    Die Außenmauern der Gewächshäuser 6 und 7 werden im September saniert.
    Der Botanische Garten erhält eine Schließanlage.

  • 2013
    Die Pergola erhält im April als Sonnenschutz ausfahrbare Markisen.
    Im August werden die Kantensteine der Wechselbepflanzungsfläche vor der Pergola saniert.
    Am 07.09. feiert der Botanische Garten mit einem großen Festakt seinen 50. Geburtstag. Die Stiftung gibt mit dem Solinger Tageblatt und vielen Sponsoren eine Jubiläumsausgabe in über 30.000facher Auflage heraus. Die neugestaltetet Homepage geht erstmals „ans Netz“. Im September erhält der Festplatz ein ca. 56qm großes, elektrisch ausfahrbares Sonnensegel. Dieses wird im April auf und im September wieder abgebaut. Im Oktober klettert die Mitgliederzahl der Stiftung auf über 500. Im November werden die Orchideenhalle und das Bromelienhaus umgestaltet und aus verkehrssicherungstechnischen Gründen zwei Wege saniert.

  • 2014
    Am 16. Februar wird durch die 1. Bürgermeisterin der Stadt Solingen, Frau Friederike Sinowenka, am Eingang zum Tropenhaus eine Gedenktafel zu Ehren des Gartengründers Heinrich Walbert enthüllt und der Öffentlichkeit übergeben. Im März wird der rund 3000 qm große Heidegarten nach einer fast 5-monatigen, denkmalgerechten Sanierung wieder der Öffentlichkeit übergeben. Im August wird die Orchideenhalle um die Fläche des alten Packraums der ehemaligen Stadtgärtnerei erweitert. Die so geschaffene zusätzliche Fläche wird für die Ausstellung weiterer Pflanzen genutzt.
    Nach 1998 und 2003 steht der Botanischer Garten im Oktober 2014 wieder auf einer Schließungsliste – obwohl die Stiftung mit Ihren über 500 Mitgliedern seit über 10 Jahren die Kosten um über 80.000,- Euro reduziert und viele Investitionen in den Bestand des Gartens tätigt. Nach einem Aufschrei der Entrüstung in der Bürgerschaft, der von Leserbriefen über Anrufen bei Politikern bis hin zu einer Onlinepetition mit über 1.500 Unterschriften ging, konnte der Stiftungsvorstand durch Gespräche mit den Ratsfraktionen und der Stadtverwaltung die Schließung abwenden. Die Stiftung bedankt sich für die riesige Unterstützung aus der Solinger Bürgerschaft.

  • 2015
    Im Februar wurde der erste Teil der denkmalgerechten Sanierung und Restaurierung des Irisgartens abgeschlossen. Die Beete wurden wieder hergerichtet, Irispflanzen geteilt und fehlende Arten und Begleitpflanzen neu gesetzt. Im Herbst soll dann der zweite Teil mit der Restaurierung der Wege, Wasserflächen und Mauern folgen. Im dritten Abschnitt ist dann eine neue Beschilderung und die Widerherrichtung der Skulpturen geplant.
    Im April wurde im Auftrag der Stiftung von der Jugendhilfewerkstatt eine „Fahrradschiene“ an die Treppe neben dem Wildbienenlehrpfad angebracht. Besucher, die vom Eingang „Korkenziehertrasse“ kommen, können ihr Fahrrad jetzt schiebend durch den Garten mitführen ohne dieses über die Treppe tragen zu müssen. So ist der Botanische Garten jetzt auf dem kürzesten Weg vom Haupteingang zum Eingang “Korkenziehertrasse“ und zurück barrierefrei zu durchqueren und die denkmalgeschützte Treppe nimmt keinen weiteren Schaden.
    Seit Mai werden der Heilpflanzengarten und das Biblische Beet von Stiftungsmitgliedern restauriert, mit Pflanzen ergänzt und thematisch überarbeitet. Die Arbeiten werden sich über ein ganzes Jahr hinziehen.
    Seit dem 1. Juni ist der Botanische Garten wieder bewohnt. Die Stiftung hat nach umfangreichen Renovierungen die Dienstwohnung im Obergeschoss und zwei Büroräume des alten Gärtnerhauses übernommen. Ab jetzt gibt es wieder ein „Hausmeisterehepaar“ im Garten, das u.a. mit seinen Hunden nach Gartenschließung noch Kontrollgänge durch die Anlage unternimmt.
    Im September wurde im Bromelienhaus eine Bewässerungsanlage installiert. Jetzt werden die Bromelien einmal pro Tag in einem feinen Wassernebel eingehüllt. Das Bromelienhaus ist neben dem Mutterpflanzenhaus und der Orchideenhalle das dritte Gewächshaus, welches mit einer Bewässerungsanlage ausgestattet wurde.
    Seit Oktober hat der zweite Bauabschnitt zur Restaurierung des Irisgartens begonnen. Wege und Mauern werden bis Ende des Jahres gereinigt, ausgetauscht und ausgebessert. Ebenfalls seit Oktober haben die Arbeiten zur Umgestaltung des Wildbienenlehrpfades begonnen. Die Arbeiten sollen bis zum Frühjahr abgeschlossen sein.
    Im November wurde in der Orchideenhalle das rechte Eingangsbeet neu gestaltet und hergerichtet. Der Fikus ist jetzt in das Hochbeet eingebunden. Ebenfalls im November wurde nach fast zwei Jähriger Arbeit, das defekte Spielgerät am Spielpatz neu aufgestellt und zur Nutzung freigegeben.
    Im Dezember mussten leider einige Bäume wegen Pilzbefall bzw. Blitzschlag gefällt werden. Seit Dezember ist der Botanische Garten Solingen Mitglied im Verband der Botanischen Gärten e.V., dem Dachverband Botanischer Gärten in Deutschland.

  • 2016
    Im Rahmen der Winterexkursion am 14. Februar wurde das 2.000 Liter fassende tropische Warmwasseraquarium von Bezirksbürgermeister Udo Vogtländer feierlich eingeweiht. Das Aquarium hatte die Stiftung im Sommer von der Stadt übernommen und aufwändig saniert und modernisiert. Das Aquarium ist jetzt die Heimat von rund 200 tropischen Süßwasserfischen aus verschiedenen Kontinenten. Die Pflege erfolgt ehrenamtlich von Stiftungsmitgliedern.                  
    Im März wird der im Jahr 1999 eingerichtete Wildbienenlehrpfad nach fast einjähriger Sanierungszeit durch Oberbürgermeister Tim Kurzbach wieder eröffnet. Die Sanierung und Neugestaltung erfolgte mit Fördermitteln des Landschaftsverbandes Nordrhein. Neben einem barrierefreien Zugang gibt es auch große, mit dem Rollstuhl unterfahrbare Hinweisschilder mit Blindenschrift.  
    Im April startete die Stiftung mit der biologischen Bekämpfung von Schädlingen in ihren Gewächshäusern mittels „Nützlingen“. Versuche im Tropenhaus der Stadt Solingen im Vorfeld waren sehr erfolgreich. Die Nützlinge werden monatlich als Larven geliefert, so werden zur Bekämpfung von Deckelschildläusen die Larven des Marienkäfers (Rhyzobios lophantae) eingesetzt. Gegen Woll- und Schmierläuse kommt die Australische Marienkäferlarve (Crypotolaemus montrouzieri) zum Einsatz. Spinnmilben werden mit Raubmilben (Amblyseius californcus) in Schach gehalten und Florfliegenlarven (Chrysoperla carnea) werden gegen Blattläuse, Thripsen, Zitrusschmierläusen und weißen Fliegen eingesetzt. Die Ausbringung der „Nützlinge“ erfolgt direkt in den befallenen Pflanzen mittels Warben, kleinen Türchen oder feuchten Tüchern. Durch den Einsatz unsere biologischen „Freunde“ kann vollkommen auf chemische Schädlingsbekämpfung verzichtet werden. Diese hatte tagelange Sperrungen der Gewächshäuser zur Folge und konnte nur mit schwerem Atemschutz eingebracht werden.
    Im Mai wurden im Bromelienhaus drei große Glasbilder der Glaskünstler Ursel und Karl-Werner Bich aufgestellt. Die Bilder, die sich in Rahmen aufgestellt in den Randbeeten befinden, fügen sich harmonisch in die Pflanzenwelt des Bromelienhaus ein.
    Im Juli wurde unsere von Herrn Christoph Feyer (Mitglied im Orchideenteam der Stiftung Botanischer Garten Solingen e.V.) angemeldete Orchidee der Sorte Bulbophyllum echinolabium von der Deutschen Orchideen Gesellschaft (DOG) im Rahmen eines Wettbewerbs der schönsten blühenden Orchideen in Neukirchen Vlyn mit einer Bronzemedaille in der Kategorie "botanische Art" ausgezeichnet. Zur großen Freude der Jury und des Orchideenteams des Botanischen Gartens präsentierte sich diese eher selten kultivierte Planze während der Ausstellung mit vier Blütenrispen und drei geöffnetnen Blüten (die immer nur drei bis vier Tage im Jahr geöffnet sind) – zum Naserümpfen aller Anwesenden aber natürlich auch mit dem, dieser botanischen Art leider eigenen, unangenehmen, leichten Kloaken-Geruch.                              
    Im August werden die ersten fünf neuen Hinweistafeln am Irisgarten, Bibelgarten und Heilpflanzengarten aufgestellt. Die Hinweistafeln entspreche dem neuen Schilderkonzept von Stadt und Stiftung für den Botanischen Garten. Auf dem Hinweisschildern findet man neben einem Übersichtsplan des jeweiligen Themengartens, Informationen zum Thema und die Auflistung der Pflanzen. Weitere Informationen können auch über einen QR-Code abgerufen werden. In den nächsten Monaten werden Hinweistafeln für weiter Themengärten folgen.    
    Am 17. September wurde der Botanischer Garten Solingen in die Initiative „Straße der Gartenkunst“ aufgenommen. „Gartenkunst ist ein neues, attraktives touristisches Thema für Nordrhein-Westfalen. Da sind die Schlösser und Gärten in Ostwestfalen oder im Münsterland. Die Parks der Schwerindustrie zwischen Dortmund und Duisburg haben ihren besonderen Reiz. Und nun auch die Gärten zwischen Kleve und Brühl und Rhein und Maas: Sie bergen Schätze, die bisher eher ein Geheimtipp waren. Die Initiative der „Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas“ hilft, diese Schätze zu heben. Wie an einem „Sternenhimmel“ wird es große und kleinere Glanzlichter geben – reizvolle thematische oder regionale Routen bieten sich an. Die „Straße der Gartenkunst“, das ist: Lust auf die Schönheit von Gärten!“ heißt es in der Beschreibung der Initiative. Neben dem Brückenpark Müngsten ist der Botanischen Garten erst der zweite Park in Solingen der aufgenommen wurde.
  • 2017
    Im Februar wurde der alte Betriebshof samt der Toilettenanlage zugunsten einen Hospizneubaus abgerissen. Das Hospiz soll im Dezember eröffnet werden. Die neue Toilettenanlage wird für die Gartenbesucher am Hauteingang neu gebaut und wird auch ein Behinderten WC und einen Wickeltisch beinhalten. Da die Toilettenanlage nach Angaben der Stadt Solingen erst im Februar 2018 eröffnet werden kann, wir bis dahin von der Stadt Solingen drei DIX-Toiletten bereitgestellt. Die Stiftung bitte alle Besucher des Gartens für die Unannehmlichkeiten während der Bauphasen um Verständnis. Der Abriss des alten Betriebshofes und der Toilettenanlage war unvermeidlich, da die Fläche zu Gunsten eines neuen großen Betriebshofes an der Dültgenstaler Str. von der Stadt verkauft werden musste um die Baukosten zu refinanzieren.
    Im März starteten die ersten Vorarbeiten der Stiftung Botanischer Garten Solingen e.V. zur Sanierung des seit 2010 denkmalgeschützten Tropenhauses. Nach vier Jahren Vorbereitung mit vielen Gutachten und Berechnungen wurden am 13. März, in Abstimmung mit den städtischen Stellen, mit den Vorarbeiten zum Einsetzen von zwei Musterscheiben begonnen. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis Ende des Monats andauern. Die lange Vorplanungsphase lag auch an den Enddeckung von Asbestrückständen in den Fensterdichtungen. Bevor die zwei  alten Doppelstegscheiben aus den Rahnem entnommen werden können, muss der betroffene Bereich um das Fenster Eingehaust werden, um die Umgebung vor eventuellen Asbestrückständen zu schützen. Nach der Entnahme des ersten Fensters durch die Entsorgungsfirma Scalabrin werden Schadstoffmessungen durch das Sachverständigen Büro Richardson vorgenommen. Ergeben die Messungen keine Auffälligkeiten wird die erste der beiden Musterscheiben eingesetzt. Im Anschluss erfolgt in gleicher Reihenfolge das Einsetzen der zweiten Musterscheibe. Bei den Scheiben handelt es sich um UV-durchlässige, doppeltverglaste Scheiben. Die Doppelverglasung soll die Wärmeisolierung des Tropenhauses verbessern. Mit den Glasscheiben nähert sich das Tropenhaus auch wieder seiner Ursprünglichen Bauart an, da diese ursprünglich auch mit Glas eingedeckt war, allerdings einfacher verglastem Glas.
    Die beiden neu eingesetzten Scheiben unterscheiden sich hauptsächlich in Ihrer Lichtdurchlässigkeit. Die eine Scheibe ist matt, die zweite durchsichtig. Ein Jahr lang wird jetzt der Pflanzenwuchs beobachtet, um die optimale Scheibe für das Tropenhaus zu bestimmen. Nach Abschluss der Einbauarbeiten der beiden Musterscheiben, können dann die Kosten für die Gesamtsanierung ermittelt werden. Die gesamte Planung und Bauleitung hat der Walder Architekt Manfred Kraue ehrenamtlich, anlässlich des 50ten Geburtstags des Tropenhauses 2015, übernommen. Hierfür im Namen der Stiftung „rechtherzlichen Dank“. Für die weitere Sanierungsarbeiten ist die Stiftung auf weitere Förderer angewiesen und würde sich über weitere Spenden für das Tropenhaus freuen.
    Spendenkonto: IBAN DE26342500000005449020 bei der Stadtsparkasse Solingen, Stichwort „Tropenhaus“
    Ein kürzlich von Solingen nach Bremen verzogener Kunst- und Kulturliebhaber hat der Stadt Solingen eine Bronzeskulptur der Solinger Bildhauerin Lies Ketterer aus dem Jahr 1963 geschenkt. Die Skulptur zeigt wohl die Nichte Lies Ketterers im Moment der inneren Konzentration auf ein kleines Schmetterlingserlebnis. Die Skulptur sollte ursprünglich im Atrium des Theater und Konzerthauses oder im Umfeld des Gebäudes aufgestellt werden. Da im Rahmen der geplanten Theaterumfeldverbesserungen im Atrium eine strengere, an der Architektur des Theaters orientierte, sachliche Grüngestaltung realisiert werden wird und das Außengelände als nicht besonders vandalismussicher erscheint, wurde die Skulptur im April im Botanischen Garten Solingen aufgestellt. Auf Wunsch des Spenders wurde als Standort für die Figur ein Blumenbeet gewählt, welches sich in der Nähe der Sonnenuhr befindet. Die Skulptur fügt sich harmonisch in die Beetanlage des unter Denkmalschutz stehenden Gartens ein. Die Entstehung der Skulptur und die Eröffnung des Botanischen Gartens fallen beide auf das Jahr 1963.