Sichtungsgarten

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Der Sichtungsgarten

Im Frühjahr mit TulpenDer Sichtungsgarten im FrühjahrAuf einer Fläche von 139,03 qm hat die Stiftung Botanischer Garten Solingen in Zusammenarbeit mit der Firma Kiepenkerl ein Schau- und -Sichtungsbeet angelegt. Im Frühjahr blühen in den 18 Einzelbeeten rund 13.000 Tulpen, Hyazinthen, Kaiserkronen und Narzissen. Im Sommer kommt dann die Dahlienbepflanzung mit über 900 Pflanzen, deren Pflegekosten die Stiftung Botanischer Garten übernimmt.

Dahlien:
Benannt wurde die Gattung zu Ehren des schwedischen Botanikers Anders Dahl, einem Schüler von Carl von Linné. Gattung mit etwa 28 Arten mehrjähriger, krautiger Pflanzen mit verdickten Wurzelknollen aus der Familie der Korbblütler. Zu ihr gehören die heute als Zierpflanzen weit verbreiteten Gartendahlien. Sie stammen vermutlich von mindestens zwei in Zentralamerika und Mexiko beheimateten Arten ab, aus denen durch Kreuzung und Züchtung die heutige Sortenvielfalt entstand. Etwa um 1790 führte man die beiden Wildarten nach Europa ein. Diese erreichen eine Höhe von etwa zwei bis drei Metern und tragen Körbchen mit gelben Scheiben- und gelben, orangefarbenen bis purpurroten Strahlenblüten. In den ersten Jahren des 19.Jahrhunderts gelang die Züchtung der ersten gefüllten Sorten in Karlsruhe.

Im Sommer mit DahlienDer Sichtungsgarten im Sommer Von Deutschland aus ging die Verbreitung und Züchtung auch in die Nachbarländer. Man entwickelte eine unüberschaubare Palette von mehr als 10.000 Sorten, die man zur besseren Übersicht in mehrere Gruppen ähnlicher Blütenformen einteilt. Es gibt Gartendahlien mit unterschiedlich großen Blüten und allen Farbtönen und –Schattierungen mit Ausnahme von Blau. Die Blütenformen reichen von einfachen, ungefüllten Sorten über mehr oder weniger stark gefüllte bis hin zu fast ballähnlichen, pompongartigen Köpfchen und den so genannten Kaktusdahlien mit tütenartig eingerollten Strahlenblüten.

Dahliensorten:
a) einjährige, niedrige, aus Samen gezogene Sommerblumen
b) Sorten, deren Knollen nach Erfrieren der oberirdischen Teile aus dem Boden genommen und bei 5° C überwintert werden.

Die Vielfalt der Dahliensorten in Blumenfarbe, Wuchshöhe und Laubfarbe ist so groß, dass man die Sichtungsbeete zur Auswahl der Sorten für den eigenen Garten nutzen sollte. Die Pflanzen werden nicht gegen Krankheiten und Schädlinge behandelt, so dass auf diese Weise die für das hiesige Klima besten Sorten gesichtet werden.

Zwiebel- und Knollengewächse
Unter den Stauden nehmen die Geophyten (Vorfrühlingsblüher) mit ihrer kurzen Vegetationszeit eine Sonderstellung ein. Unmittelbar nach der Schneeschmelze im Vorfrühling beginnt die erlebnisreiche Zeit der ersten Blumenzwiebelblüte im Botanischen Garten. Sie endet mit dem Aufblühen der frühen Wildtulpen im April. Dann beginnt die Frühlingspracht, die sehr wesentlich von den großen Tulpen-, Narzissen- und Hyazinthensortimenten bestimmt wird.

Dahlien im SichtungsgartenWärmeliebende Arten:
Muskathyazinthen (Muscari)
Krokus (Crocus)
Schneestolz (Chionodoxa)
Puschkinia (Puschkinia)
Hundszahn (Erythronium)
Wildtulpe (Tulipa)

Kühleliebende Arten:
Schneeglöckchen (Galanthus)
Märzbecher (Leucojum)
Blaustern (Scilla)
Kibitzei (Fritillaria meleagris)
Narzisse (Narcissus)
Winterling (Eranthis)

Während die wärmeliebenden Arten besonders dort gut zur Entwicklung kommen, wo die Sonne den Schnee frühzeitig schmelzen lässt und im Sommer Trockenheit vorherrscht, brauchen die kühlliebenden Arten, um sich gut zu versamen, bodenfrische und –feuchte Plätze, die sich vornehmlich im schattigen Bereich der Gehölze finden. Auch die wärmeliebenden Arten brauchen für ihre gute Verbreitung Standorte, die frei von starker Konkurrenz durch Gras und Kräuter sind. Diese Plätze finden sich in Anlagen fast nur im Bereich von Baum und Strauch. Reichlich Feuchtigkeit zur Vegetationszeit und Nährstoffreichtum im Boden sind ebenfalls nötig. Auf eine gute Düngung im Vor- oder Nachwinter reagieren sie sehr dankbar.

Text: Babara Azza / Fotos: Matthias Nitsche