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Farnmauer

Die Farnmauer

Alte Mauern sind ganz spezielle Lebensräume. Gerade in Solingen mit seinen kalkarmen Böden, bieten sie mit ihren Kalkmörtelfugen häufig letzte Zufluchtsorte für seltene Pflanzenarten. So findet beispielsweise der vom Aussterben bedrohte Ruprechtsfarn (Gymnocarpium robertianum) hier einen günstigen Standort zum Wachstum. Durch den Abriss alter Ziegelmauern verschwand dieser Lebensraum jedoch zunehmend in den letzten Jahrzehnten.

Das letzte Solinger Vorkommen des Ruprechtsfarns, mit Mauerraute und braunstieligem Streifenfarn vergesellschaftet, fand sich auf dieser Mauer, die ursprünglich an der Kottendorfer Straße stand. Dem Bau der Oberen Hildener Straße musste diese Mauer jedoch weichen. Weil ein Umpflanzen einzelner Exemplare an einen anderen Standort wegen der speziellen Bedürfnisse des Farns unmöglich schien, wurde die Mauer auf Initiative von Naturschützern und im Auftrag der Stadt Solingen im April 1993 von einer Gartenbaufirma eingerüstet und an diese Stelle im Botanischen Garten auf ein vorbereitetes Fundament umgesetzt. Hier erhielt sie die gleiche Exposition und Beschattung wie am ursprünglichen Standort und zur Stabilisierung wurde sie zwischen zwei neu errichtete Pfeiler gesetzt.

Das damalige Experiment mit ungewissem Ausgang kann mittlerweile als Erfolg gesehen werden: der Ruprechtsfarn wächst nach wie vor auf der alten Mauer.

Informationen zur Rettung der Ruprechtsfarn in Solingen Dokumentation als PDF

Die Farnmauer

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Text: Stadt Solingen / Foto: Matthias Nitsche