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Führung durch das Tropenhaus

Führung durch das Tropenhaus

Das Tropenhaus wurde 1965 von einer Stahlbaufirma erbaut. Weil das Geld knapp war und diese Firma an Stahlgerüstteilen alles verarbeitete, was in der Firma zu finden war, haben die Abstände zwischen den Gerüstteilen keine Normmaße. Die Stahlträger selbst sind überdimensioniert, d. h. das Tropenhaus würde wahrscheinlich ein mittleres Erdbeben überstehen, wäre da das Glas und die dünneren Streben nicht.

Das Tropenhaus hat eine Grundfläche von 137 qm, das Volumen beträgt 688 cbm. Seine Länge beträgt 12,80 m, die Breite 10,70 m. Das Haus wurde mit einem Pultdach gebaut, die höhere, dem Garten zugewandte Seite hat eine Höhe von 7,10 m. Das Tropenhaus ist nach Südwest ausgerichtet um optimale tropische Bedingungen zu gewährleisten.

1994/95 wurde es umgestaltet. Vorher lief ein Weg für die Besucher an den Außenwänden entlang um die in der Mitte gepflanzten Gewächse und den Teich herum. Nun ist das Haus natürlicher gestaltet und der Besucher kann auf der Bank auf dem unteren Plateau verweilen und die Atmosphäre auf sich wirken lassen. Das ehemalige Barsch-Aquarium wurde 2006 durch ein Stiftungsmitglied mit Südost-asiatischen Orchideen und ihren Begleitpflanzen in ein Vietnam-Biotop umgestaltet. Die Orchideen in der Verbindungshalle der Schauhäuser kommen nicht aus Asien, sondern vom amerikanischen Kontinent. Die Barsche sind in das Aquarium des Vorraums zum Tropenhaus umgezogen. Dieses sogenannte Aquarium hat eine Grundfläche von 37,10 qm, die beiden Häuser bilden eine Grundfläche von ca.175 qm.

Seit 2010 stehen Aquarium und Tropenhaus unter Denkmalschutz.

Die Bepflanzung in Tropenhaus:

Im Aquarium

  • Monstera obliqua syn. Monstera expilata, Araceae – Aronstabgewächse, Blütenkolben in der Callaähnlichen weißen Spatha entwickelt sich zur essbaren Frucht, die nach Ananas schmeckt, kleiner als M. deliciosa, die bekannter ist
  • Cattleya bowringiana, Orchidaceae – Orchideengewächse, immergrün, epiphytisch, trockene Küstenregoin bis 2000 m Höhe, Mittel- und Südamerika, wird von Bienen bestäubt, Kapselfrüchte brauchen 9 bis 10 Monate zur Reifung, Embryonen sind schon nach 3 Monaten entwickelt, Kapsel öffnet sich erst Monate später
Monstera-obliqua
Cattleya-bowringiana

Im Tropenhaus / Südost-Seite

  • Cyrtomium – Sichelfarn, Dryopteridaceae – Wurmfarngewächse, Ost -und Südasien, Polynesien, Ost -und Südafrika, Madagaskar, Nordamerika
  • Oryza sativa – Wilder Reis, Poaceae – Süßgräser, Reisterasse, heimisch im tropischen Afrika und Südostasien, zählt zu den 7 wichtigste Getreidearten (Reis, Mais, Weizen, Gerste, Hafer, Roggen, Hirse
  • Echinodorus cordifolius – Wasserwegerich, Alismataceae – Froschlöffelgewächse, Sumpfpflanze, anspruchslos, weiße Blüten, Nord-, Zentral- und Südamerika
  • Pilea involucrata – Kanonierblume, Urticaceae – Brennesselgewächse, Verbreitung durch Ausschleudern der Saat, daher der Name Kanonierblume, Mittel- und Südamerika
  • Saccharum officinarum – Zuckerrohr, Poaceae – Süßgräser, seit 5. Jahrhundert v. Chr. Nutzpflanze, Heimat war Asien, durch Kreuzzüge in W-Europa bekannt, durch Kolumbus nach Amerika gebracht
Oryza-sativa
Cyrtomium

Im Tropenhaus / Südwest-Seite

  • Strelizia reginae – Paradiesvogelblume, Streliziaceae – Streliziengewächse, hat nur 5 Gattungen, bootförmige Braktee, orange Kelche, blaue Kronblätter, Südafrika
  • Pavonia multiflora -Pavonie, Malvaceae – Malvengewächse, dunkelrosa Kelche, rote Staubblätter, blaue Staubbeutel, an der Blattunterseite werden Salze ausgeschieden, Südamerika (Tropen Brasiliens)
  • Palisota barteri, Commelinaceae – Commenlinagewächse, Tropen und Subtropen, Fruchtstände haben rote Beeren, Blüten dreizählig wie Tradescantia, Afrika, südlich der Sahara
  • Dombeya wallichii – Hortensienbaum, Sterculiaceae – Sterkuliengewächse, Blütenstände ähneln einer hängenden rosa Hortensie, Afrika
  • Ficus lyrata syn. Ficus pandurata – Geigenfeige, Moraceae – Maulbeergewächse, wird durch eine bestimmte Feigenwespe bestäubt, Blätter in Form einer Geige, tropisches Westund Zentralafrika, steht hinter Phylitis scolopendrium
  • Phylitis scolopendrium – Hirschzungenfarn, Aspleniaceae – Streifenfarngewächse,Nordamerika, Europa, Ostasien
  • Plumeria Singapore – Hybride, Apocynaceae – Hundsgiftgewächse, Mittelamerika, Karibik, Hawaii, links vor Howea
  • Soleirolia soleirolii syn. Helxine soleirolii Req. – Bubikopfmoos, Urticaceae – Brennnesselgewächse, feuchte schattige Stellen auf Inseln des westlichen Mittelmeeres
  • Carludovica palmata- Panamapalme, Cylanthaceae – Scheibenblumengewächse, Lateinamerika, einhäusig getrenntgeschlechtig, wird durch Käfer bestäubt, Blüte besteht aus Hochblättern (Spathen), rotes Fruchtfleisch, Tropen Mittel- und Südamerika, hinter Ficus lyrata
Plumeria-singapore

Im Tropenhaus / Nordwest-Seite

  • Howea – Kentie, Arecaceae – Palmengewächse, Howe-Inseln (700 km östl. v. Sydney), Name Kentie leitet sich v. d. Hauptstadt ab, ganz hinten, direkt links vom Notausgang
  • Ficus benjamina – Würgefeige, Moraceae – Maulbeergewächse, Tropengürtel Asiens, Nepal, Indien, Burma, Straßenbepflanzung, Parks, rechts vom Notausgang
    beginnt sein Wachstum häufig als Epiphyt und entwickelt sich zum Baumwürger: Tier setzt Kot im Kronendach der Bäume ab, der Kot bleibt in der Astgabel hängen, wo etwas verrottetes Material drin ist. Im Kot ist der Samen der Würgefeige. Keimt erst epiphytisch, sendet dann Luftwurzeln Richtung Boden, manche frei in der Luft, manche direkt am Stamm des Wirtsbaums. Dessen Stamm wird durch das Geflecht der Feigenluftwurzeln regelrecht stranguliert, Leitgefäße werden abgeschnürt, können nicht mehr funktionieren. Zeitgleich wächst die Krone der Feige in die Krone des Wirtsbaum hinein und entwickelt sich. Sie beschattet und verdrängt die Blätter des Wirtsbaums. Der Baum stirbt über Jahre einen langsamen Tod. Das Wurzelgeflecht der Feige wird so stabil, daß sie ohne Wirtsbaum bestehen kann, Sie nimmt dessen Platz ein. Deshalb ist ihr Stamm hohl
Ficus-pandorata

Im Tropenhaus / Nordost-Seite

  • Dicksonia antarctica – Baumfarn, Dicksoniaceen und Cyatheaceen sind die kleineren Überlebenden einer längst vergangenen Epoche. Im Devon, vor ca. 400 Mio. Jahren prägten diese Pflanzen wahrscheinlich das Landschaftsbild, wie man aus fossilen Funden ersehen kann. Die Baumfarne waren etwa 30 m hoch, die Wedel brachten es auf stattliche 4 m. Größere pflanzenfressende Landtiere gab es noch nicht, die Wälder konnten sich ungehemmt ausbreiten. In der Gewässern lebten Trilobiten, Quastenflosser, erste Knochenfische und Amphibien. An Land entwickelten sich erste Insekten und Skorpione. Das Klima war feucht und mild. Gebirgswälder gemäßigter und tropischer Zonen Heutige Vorkommen in So-Asien, Australien, Tasmanien
  • Anthurium – Flamingoblume, Araceae – Aronstabgewächse, subtropisches und tropisches Nord- und Südamerika
  • Platycerium – Geweihfarn, Polypodiaceae – Tüpfelfarngewächse, Tropengürtel der Erde (Südamerika, Afrika, Südostasien, Australien, Neuguinea), epiphytisch. Vor ein paar Jahren stand im Tropenhaus eine Kokapflanze, die aber peu a peu heimlich abgeerntet wurde, bis nichts mehr von ihr übrig war. Man hatte eine Maus im Verdacht. Manchmal sieht man sie hier durch die Pflanzen huschen. Wenn sie rote Augen hat, wirken die Blätter der Kokapflanze noch in ihr nach
  • Blechnum – Rippenfarn, Blechnaceae – Rippenfarngewächse, Neuseeland, Südaustralien, Südamerika, hinter der linken Seite der Bank
  • Alpinia officinarium – Siam-Ingwer, Galgant, Zingiberaceae – Ingwergewächse, offene Wälder oder Waldränder, feuchte Tropen, Indien, China, AO-Asien, Australien, Brakteen, a.d. Wand hinter Anthurie
  • verschiedene Bromelien, Bromeliaceae – Ananasgewächse, Südamerika
  • Costus malortieanus – Kostwurz, Südostasien, Costaceae – Kostwurzgewächse
  • Codiaeum variegatum – Croton, Wunderstrauch, Euphorbiaceae – Wolfsmilchgewächse, Afrika
  • Aphelandra aurantiaca – Glanzkörbchen, Acanthaceae – Akanthusgewächse, Wälder Mittel- und Südamerikas, Hawaii
  • Tradescantia spathacea– Dreimasterblume, Gottesauge, Commelinaceae – Commenlinagewächse, Nord- Mittel- und Südamerika, in Gehölzen, 3 Kelch- und 3 Kronblätter
  • Cyperus alternifolius L. – Zyperngras, Cyperaceae – Sauergrasgewächse, kommt ursprünglich nur auf Madagaskar vor
  • Alocasia, Araceae – Aronstabgewächse, Philippinen
  • Spathiphyllum, Araceae – Aronstabgewächse, Kolumbien, Venezuela, Asien, Blüte ist ein Kolben von weißem Hochblatt umschlossen, rechts von Alocasia
  • Phoenix roebelenii – Dattelpalme, Arecaceae – Palmengewächse
  • Crinum powelii, Amaryllidaceae – Amaryllisgewächse, Zwiebelpflanze, Flussufer und Gewässerränder, Tropen und Südafrika
  • Porphyrocoma pohliana -Karneval, Purpurschopf, Acanthaceae – Acanthusgewächse, Selbstbestäuber, sollte beschnitten werden, wenn sie zu rankig wird, Philippinen
  • Raphiolepsis umbellata – Japanischer Traubenapfel, Rosaceae – Rosengewächse, weiße Blüten, violette Früchte, Ostasien
  • Maranta leuconeura – Pfeilwurz, Pfeilwurzgewächse – Marantaceae, Regenwälder v. Zentral-und Südamerika, am Tag sind die Blätter vom Stamm abgespreizt, in der Nacht stehen sie aufrecht = Überlebenstechnik auf schattigem Waldboden
  • Schefflera – Fingeraralie / Strahlenaralie, Araliaceae – Araliengewächse, Wälder Taiwans
  • Ruellia makoyana syn. Dipteracanthus makoyanus – Ruellie, Acanthaceae – Akanthusgewächse, nach dem Arzt und Botaniker Jean Ruel benannt, Brasilien, zwischen Raphiolepsis umbellata und Cyperus alternifolius
  • Ophiopogon japonicus – Schlangenbart, Asparagaceae – Spargelgewächse, weiße Blütenähren, schwarzblaue Früchte, vor Zimtbaum auf Boden, O-Asien, China, Japan, schattige Gebüsche oder Gehölze
  • Cinnamomum sp. – Zimtbaum, Lauraceae – Lorbeergewächse, Sri Lanka, Indien
  • Dracena Bamboo – Drachenbaum, Dracenaceae – Drachenbaumgewächse, afrikanische Äquatorgebiete, Kanaren, steht hinter Cinnamomum sp.
  • Ficus cyathistipula – Feigenbaum, Moraceae – Maulbeergewächse, tropisches Africa
  • Cordyline fruticosa – Keulenlilie, Asparagaceae – Spargelgewächse, Neuseeland, Asien, Australien
  • Brunfelsia pauciflora, Solanaceae – Nachtschattengewächse, Westindische Inseln, lavendelfarbene Blüten
  • Coffea arabica – Kaffee, Rutaceae – Rautengewächse, ursprüngliche Heimat südwestl. Äthiopien, entstand vor ca. 10000 Jahren als Hybride, Steinfrucht, hat meist 2 bis 3 Kammern
  • Tetrastigma voinierianum – Kastanienwein, Vitaceae – Weinrebengewächse, kastanienähnliche Blätter, Griffel endet in vierteiligen Narbe, auch Blüten sind vierzählig, Blüten meist eingeschlechtig, kommt in Asien und Ozeanien vor, rankt an der Nordost-Wand
Alocasia-macrorrhiza
Crinum-powellii
Aphelandra